Theodor Sixt

 Theodor Sixt ist einer der am besten bekannten und wahrscheinlich der geheimnisvollste Bürger von Bielitz-Biala. Die meisten Bielitzer verbindet mit ihm vor allem die Tatsache, daß eine Straße seinen Namen trägt, an der das Schatzamt liegt,  und daß in seiner Villa das Rektorat der Technisch-Humanistischen Akademie ist.

Jedoch, sein Leben und Wirken zum Wohle der Stadt sind in hohem Maße ein Rätsel. Theodor Sixt ist 1834 in Deutschland geboren und nach Bielitz kam er in der zweiten Hälfte des 19. Jh., wo er die Tochter eines Bielitzer Webers heiratete.

Über sein Leben ist wenig bekannt. Verschiedene Informationen sind in großem Maße Klatschgeschichten, deren Wahrheitsgehalt schwer nachzuweisen ist. Sixt ist wohl der einzige bekannte Bewohn er von Bielitz, von dem es kein Foto gibt. Niemand weiß wirklich wie er aussah und wovon er gelebt hat. Es heißt, daß Theodor Sixt ein Fabrikant in Bielitz war, der Eigentümer einer Färberei in Lobnitz. Man verurteilt ihn aber auch, daß er Waffengeschäfte betrieb, an  der Wiener Börse verdiente und auch Freudenhäuser besaß. Diese Informationen haben aber keinerlei historischen Hintergrund. Es wird auch verdächtigt, daß er aus dem Verbot Geld verdiente, wonach Arbeiter sich in der Stadt nicht ansiedeln durften. Dadurch waren sie gezwungen in Quartieren außerhalb der Stadt zu schlafen, woraus die bielitzer Fabrikanten Nutzen zogen.

Es ist sicher, daß Sixt mit 36 Jahren 1870 die 21jährige Johanna Emilie Weich heiratete, die zu einer reichen städtischen Familie gehörte. Daraus ergibt sich, daß er sicherlich bedeutende Einflüsse hatte und vor allem ein beachtliches Vermögen besaß, womit er sich die Zuneigung der Familie Weich erkaufte.

Nach der Hochzeit in Freiberg zog Sixt mit seiner Frau in die Villa an  der damaligen Elisabethstraße, die Karl Korn selbst, damals der Hauptarchitekt in Bielitz, entworfen hat.

Um die Villa Sixt selbst kreisen viele Spekulationen. So sagt man, daß der Turm, von dem aus man Bielitz bewundern konnte, der Aufenthaltsort der Gattin war, die er auf diese Weise für ihre Unfruchtbarkeit und das Fehlen von Nachkommenschaft bestrafen wollte. Nach dem Tod seiner Frau zog Sixt aus der Villa aus. Nach zwei Jahren kam er mit der zweiten Frau wieder zurück. Diese schenkte ich aber auch keinen Erben.

Theodor Sixt starb am 4. Juni 1897 und vermachte der Stadt seine Villa.

Jedoch sein Vermögen verteilte er an die bielitzer Armen, die evangelische Pfarrei
und den Evangelischen Frauenverein. Die Stadt bestimmte dafür 1900, daß eine Straße
seinen Namen tragen sollte. Sixt gehörte niemals einer städtischen Behörde an, wurde nicht Ehrenbürger der Stadt, doch sein Namen ist zweifellos einer der bekanntesten unter den  heutigen Bielitzern.

Im November 2006 spielte man auf der Bühne vom Teatr Polsk in Bielsko-Biała ein Stück namens Testament Teodora Sixta. Die Regie hatte Robert Talarczyk, der Autor dagegen ist Artur Pałyga, ein bielitzer Journalist, der den Wettbewerb der Kunst von Bielsko-Biała gewonnen hat.  Das Stück behandelt nicht nur das Leben des Titelhelden sondern  schöpft auch aus der neunhundertjährigen Stadtgeschichte, als Bielitz damals eine Zentrum der Weberei war und sein goldenes Zeitalter erlebte.

 

 

 

Übersetzt AK                     aus BESKIDIA.Pl  verdiente Stadtbürger


Alois Kremsa
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